ProNatur

Vogt-Waldburg e.V.


Bericht zur Hauptversammlung

Unsere Jahreshauptversammlung fand am Freitag 27.02.2026 im Gasthaus „König Wilhelm“ in Waldburg statt.

Der 1. Vorstand Manfred Scheurenbrand konnte 18 Mitglieder und 3 Gäste begrüßen. Unter ihnen Peter Smigoc, Bürgermeister von Vogt und Joachim Rittler, Bürgermeister von Waldburg.
Es gab keine weiteren Anträge zur vorliegenden Tagesordnung. Manfred Scheurenbrand berichtet über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Vereinsjahr und stellte fest, dass der Verein für das Reichermoos einiges bewirkt hat, aber auch noch einige Aufgaben vor ihm liegen. Derzeit ist es aus Sicht des Vereins offen, wie es um die weitere Revitalisierung und Pflege des Moores stehe. Es gibt dazu keine Zusagen von offiziellen Seiten und bekräftigte die Forderung nach Beendigung des Torfabbaus.
Siehe auch die ausführliche „Niederschrift der Mitgliederversammlung“.

Manfred kündigte leider aus persönlichen Gründen seinen Rückzug als Vereinsvorsitzender an.

Nach dem Kassenbericht durch Monika Wegele übernahm Hubert Wegele die Durchführung der Entlastungen und Neuwahlen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Neu bzw. wiedergewählt wurden:

1. Vorstand: Dr. Christian Rau
2. Vorstand: Dieter Josef Walter
Schriftführer: Michael Andreas v. Hilchen
Kassenwart: Monika Wegele
Kassenprüfende: Stefan Albert Lampe und Karin Wittmann

Der Punkt „7. Sonstiges“ wurde vorgezogen. Hubert Wegele gab einen Einblick wie es aus den anfänglichen Schutzbemühungen einer Bürgerinitiative für das Reicher Moos zu der Vereinsgründung kam.
Der 2. Vorsitzende Dieter Josef Walter berichtet wie es mit dem Verein weiter ging und leitet in seiner Präsentation zu einer Laudatio für Manfred Scheurenbrand über.


Manfred kümmerte sich zu 150% um den Verein! Er war kreativ, unermüdlich, lästig, und erfolgreich, denn nun bewegt sich was in Richtung „Vernässung“ im Reicher Moos!



Anschließend stellte sich Dr. Christian Rau als neuer 1. Vorsitzender vor und dankte Manfred Scheurenbrand für die geleistete hervorragende Arbeit.

Nach der Pause berichtete unser Vereinsmitglied Peter Sonntag von den in 2025 umgesetzten sehr erfolgreichen ersten Vernässungsversuchen im Reichermoos. Diese kurzfristig herstellbaren Maßnahmen wurden in Absprache mit dem Zweckverband vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) und dem Regierungspräsidium Tübingen geplant. Sie haben „nur“ 10.000€ gekostet und entstanden praxisnah ohne die sonst üblichen langwierigen bürokratischen Abläufe.
Für das Jahr 2026 sei vorgesehen, sofern die erforderlichen Finanzmittel in Höhe von 10.000€ bereitstehen, weitere Entwässerungsgräben im Torfkörper zu schließen.


Künstlicher Torf aus dem Schnellkochtopf:

ATB in Potsdam erzielt Durchbruch bei Torfersatz:

Hier der Link zur Veröffentlichung –


Unsere Ziele für die Rettung des Reichermoos

Reichermoos – Abbaukante 2024 (Bild: Frieder Laufer)

Wir fordern die Revitalisierung des Reichermoos. Deutlich früher als in der Genehmigungen vom 6.11.1978 und 31.7.1980 vorgesehen (2036) muss das Teilgebiet 1 (30 ha) revitalisiert werden. Ferner müssen die „Rekultivierungsabschnitte“ des Teilgebietes 2 (5 ha) und des Teilgebietes 3 (4 ha) überprüft und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Das gesamte Gebiet mit ca. 130 ha muss in einen klima- und artenschutzverträglichen Zustand gebracht werden. Die Beendigung des Moorabbaus ab 2030 ist anzustreben!
Zwei Gutachten (2006 Jutz) und 2014 (Dr. Bauer) beschreiben das Vorgehen und bestätigen, dass zunächst der Torfabbau nicht beeinträchtigt sein muss. Weshalb ist bisher nichts geschehen?

Wir fordern den Eigentümer, das Land Baden-Württemberg auf, mit folgenden Maßnahmen sofort zu beginnen und nicht bis 2030 zu warten.

Darüber hinaus ist der weitere Abbau bis 2070 (wie im Regionalplan des RVBO 2021 vorgesehen), nicht zu genehmigen! In der Einstellung des moorzerstörenden Torfabbaus mit Umstieg auf Recyclingtorf (das sehr reichlich in Moortaschen in Bad Waldsee und Bad Wurzach vorhanden ist) sehen wir eine große Chance der klima- und naturverträglichen Badekultur.

Unsere Forderungen beziehen sich auf das Jahr 2025, in dem sie realisiert werden sollten. Wir legen die Machbarkeitsstudien der erwähnten, unabhängigen Gutachten zugrunde:

  • Stopp der Entwässerung im gesamten 130 Hektar großen landeseigenen Reichermoos durch Verschluss aller Entwässerungsgräben – sofort umsetzen.
  • Planung der maximal möglichen Wiedervernässung zur Revitalisierung des 130 ha umfassenden Gebietes.
  • Konkrete Maßnahmen zum Artenschutz der vielen seltenen Amphibien, Insekten, Schmetterlingen,Vögel, Fledermäusen, Bibern und Pflanzen mit nachhaltigen Pflegemaßnahmen.
  • Waldumwandlung der alten Moorgebiete (siehe Gutachten) und Bekämpfung der Neophyten.
  • Wiederherstellung natürlicher Bachläufe durch Anhebung des Eggenbach und des nordöstlichen Entwässerungskanals mit Verschluss von Gräben. Schaffung und Pflege von Tümpeln und Teichen.
  • Naturverträglicher Rundweg. Rückgabe des Reichermoos an die Bevölkerung und Besuchende mit überschaubarem Moorlehrpfad.

Spenden:

ProNatur Vogt-Waldburg e.V.

Verein zur Erhaltung der Natur


Nützliche Links

BUND

Nabu

Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf / Pfrunger-Burgweiler Ried

Naturvielfalt Westallgäu